(von Elvira Klose)
Am Montag, den 6. Juli 2026 war es wieder soweit: Etwa die Hälfte der französischen Gäste trafen am Abend mit dem Zug in Herford ein (die andere Hälfte reiste mit dem PKW an) und wurden von ihren deutschen Gastgebern in Empfang genommen. Am nächsten Tag gab es tagsüber erst einmal Gelegenheit, sich von der langen Anreise ein wenig zu erholen. Am Abend startete dann mit allen Gastgebern und Gästen die Begegnungswoche zwischen dem „Verein der Freunde Kreis Herford-Voiron“ und dem französischen Partnerverein „Association amitié Voiron-Herford“. Der Ort der Begegnung war – wie viele Male zuvor – Rürups Mühle in Löhne, zu der die langjährigen Freunde des Vereins, Monika und Wilfried Quest, eingeladen hatten. Alle erfreuten sich an dem geselligen Abend in reizvoller Umgebung.
Am Mittwoch stand zunächst ein interessanter Besuch des Heinz Nixdorf MuseumsForums an, des größten Computermuseums der Welt, in dem Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik von der Entstehung der Zahl und Schrift 3.000 v. Chr. bis in das Computerzeitalter des 21. Jahrhunderts präsentiert werden. Besonders beeindruckend war „Nadine“, ein Roboter in Menschengestalt, der die Besucher begrüßt und auf Deutsch, Englisch und Französisch angesprochen werden kann. Der Nachmittag war – wie bereits 2024 – dem Picknick am Nesthauser See gewidmet, mit Getränken, Grillwurst und mitgebrachten Speisen.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen dem Kreis Herford und der Stadt Voiron. Vor der offiziellen Feierstunde am Nachmittag trafen sich am Vormittag noch einige Gäste und Gastgeber zu einer privat organisierten Pétanque-Partie. Die deutschen Gastgeber sowie die französischen Gäste nahmen am Nachmittag an der Jubiläumsfeier im Sitzungssaal des Kreishauses Herford teil. Aus Voiron war ebenfalls eine offizielle Delegation mit dem Bürgermeister von Voiron, Julien Polat, und der Stadträtin von Voiron, Elodie Livernais, angereist. Auf deutscher Seite waren u.a. Mirco Schmidt, Landrat des Kreises Herford, und Anke Theisen, Herfords Bürgermeisterin, anwesend. Neben vielen Reden, die zum Teil mit sehr persönlichen Erfahrungen gespickt waren, und einem heiteren Vortrag aus dem Archiv sorgte das Schulorchester der Bertold-Brecht-Gesamtschule Löhne sowie der Chorbeitrag der „Association amitié Voiron-Herford“ mit einem eigens komponierten Lied für eine feierliche, aber auch fröhliche Atmosphäre.
Am Freitag stand mit Bielefeld eine weitere Stadt im Mittelpunkt. Zunächst gab es bei schönem Wetter einen geführten Besuch in dem überaus artenreichen Botanischen Garten. Im Anschluss an die Führung genoss die deutsch-französische Gruppe eine gemeinsamen Brunch direkt neben dem idyllisch gelegenen Bauernhaus. Am Nachmittag zeigte der Besuch des Museums Wäschefabrik mit einer Führung in drei Gruppen die Geschichte der Bielefelder Wäsche- und Textilindustrie. Versteckt in einem Hinterhof, wurde hier bis in die 1980er Jahre Wäsche gefertigt. Besonders beeindruckte die Tatsache, dass die ganze Fabrik mit ihrem Inventar nahezu unverändert geblieben ist.
Auch am letzten Tag der Begegnungswoche traf sich die Gruppe in der näheren Umgebung, diesmal in Lemgo. Dort konnte sie zunächst das Junkernhaus bestaunen, ein von Karl Junker erbautes und bewohntes zweistöckiges Fachwerkhaus mit fantasievollen Schnitzereien. Nach einem individuellen Aufenthalt in der Lemgoer Innenstadt war die nächste Station das Schloss Brake, das im 16. Jahrhundert als Residenz der Grafen zur Lippe im Stil der Renaissance ausgebaut wurde.
Mit dem Abschiedsbüffet im Restaurant „Leeser Krug“ ging eine abwechslungsreiche Begegnungswoche zu Ende, in der neue Kontakte geknüpft und die gewohnten freundschaftlichen Verbindungen zwischen unseren beiden Vereinen in einem fröhlichen Ambiente vertieft wurden.